Wichtige Erkenntnisse
- Tiefe Domänenexpertise
- Gezielte Nischenführerschaft
- Kundenorientierter Prozessfokus
Damals wollte ich in der Softwarebranche studieren und arbeiten, weil ich überzeugt war, dass Expertise in diesem Bereich echten Mehrwert schaffen kann. Ich sah die Möglichkeit, das, was ich entwickle, unendlich zu replizieren und ein Geschäft aufzubauen, das über die bloße Allokation vorhandenen Kapitals hinausgeht. Eine gute Idee kann in der Software endlos skalieren — zumindest in der Theorie.
Doch die Realität der Branche erwies sich als ganz anders. Mein erster Job — irgendwann im letzten Jahrtausend — war bei einer Internet-Beratung (damals Terra Nova Solutions), und nach einigen Karriereschritten gründete ich die Systems Garden Oy. Während unsere Vision war, eine herausragende CMS- oder Anwendungsplattform zu bauen, fanden wir uns bald dabei wieder, die Informationsmanagement-Probleme unserer Kunden zu lösen. Ja, wir nutzten unseren eigenen Software-Stack, aber wir machten hauptsächlich maßgeschneiderte Projekte — im Grunde verkauften wir Wissen und Arbeit.
Bald wurden wir auch eine recht traditionelle Microsoft-Beratung. Die eigentlichen Produkte und Plattformen kamen aus dem Mutterhaus in den USA, und unsere Rolle war es, Lösungen darum herum zu bauen. Jede Skalierung beschränkte sich auf Betriebsmodelle und effizientere Projektabwicklung.
Über die Jahre — 20 an der Zahl! — habe ich ausgerechnet, dass ich direkt oder indirekt an über tausend IT-Projekten beteiligt war. Ich habe Hunderte von Intranets und Dokumentenmanagementsystemen geliefert und mit Software und Daten Geschäftsprobleme für mindestens 300 verschiedene Organisationen gelöst.
Allmählich wurde mir klar, dass ich so etwas wie ein Generalist in Wissensarbeit und der Datenbranche geworden war. Die Art, wie Geschäftsprobleme in Software modelliert werden, ist letztlich ziemlich universell: Datenbank → APIs und Integrationen → Benutzeroberflächen. Die Magie liegt darin, wie diese grundlegenden Bausteine mit der Geschäftslogik kombiniert werden — und wichtiger noch, wie wir es schaffen, die Dinge a) einfach und b) nutzerzentriert zu halten. Darin wurden wir sehr gut.
Dennoch hat mich diese alte Produktdenke nie ganz losgelassen. Über die Jahre habe ich immer wieder wiederverwendbare Komponenten, Produktideen und Prototypen erstellt. Jedes Mal fragte ich mich — könnte man das noch weiter verallgemeinern? Dann, vor etwa einem Jahr, passierte es.
Das 30. oder so Arbeitsfreigabesystem, das wir auslieferten, zeigte uns, dass wir eine Nische entdeckt hatten, in der wir wirklich die Besten der Welt sein konnten. Wir erkannten, dass es bei unseren Projekten nicht mehr um den Code ging — sondern um die Prozesse und Praktiken. Und bald kamen Anfragen aus dem Ausland. Offenbar löste niemand anders dieses Problem ganz so wie wir.
So wurde Gate Apps Oy geboren. Finnlands (und bald der Welt) führendes Unternehmen für digitale Arbeitsfreigabesysteme.

